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Was ist, wenn mein Hamster mal nicht mehr jung und putzmunter ist?


Seit fast 8 Monaten haben wir eine kleine Mitbewohnerin. Finchen hat sich still und heimlich in unsere Herzen geschlichen und bringt uns jeden Tag zum Lächeln.

Alles läuft super. Sie ist neugierig, handzahm, ein absoluter Traumhamster...

Im Mai wird sie ein Jahr alt... Im besten Zwergenalter... Aber was ist in einem Jahr um diese Zeit? Oder nächstes Jahr im Sommer?

Fragen, die man sich am liebsten niemals stellen möchte, die man gerade am Anfang ganz weit weg schiebt.


Aus vielen Jahren der Tierhaltung, zum großen Teil Notfellchen und Notfederchen, weiß ich, dass diese Fragen sehr plötzlich ganz akut werden können... Ein Tier verletzt sich, bekommt einen Infekt, oder wird einfach alt und hat keine Lebensqualität mehr.


Aus dieser Erfahrung heraus gibt es bei mir eine Tierarztschublade. Darin ist immer genug Bargeld, um nicht nachdenken zu müssen, ob ich mir eine Behandlung leisten kann. Und darin sind Adressen. Im aktuellen Fall die Adressen von den nächsten beiden Heimtierkundigen Tierärzten . Und die Adresse der nächsten Tierklinik mit 24 Stunden Notdienst und Spezialisierung auf Heimtiere. Denn Hamster sind nachtaktiv. Man bekommt sie selten zu normalen Sprechzeiten zu sehen.

Außerdem steht eine große Samla im Keller... Nur für den Fall.


Warum ich das mache? Weil ich mit der Anschaffung von Finchen Verantwortung übernommen habe. Verantwortung dafür, ihr ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Und dazu gehört nicht nur ein schönes Gehege, gesundes Futter und ein großer Auslauf.

Dazu gehört auch, rechtzeitig zu erkennen, wenn es Finchen nicht gut geht.

Dazu gehört, dafür zu sorgen, dass sie dann die bestmögliche Behandlung bekommt und keine Schmerzen ertragen muss.

Dazu gehört auch, im schlimmsten denkbaren Fall, zu entscheiden, sie gehen zu lassen.

Auch, wenn das bedeutet, dass ich mitten in der Nacht zur Klinik muss, oder teure Operationen zahlen muss, um ihr ein Weiterleben in Gesundheit zu ermöglichen.

Denn Finchen kann diese Sorge ja nicht selber für sich übernehmen. Das ist meine Verantwortung, meine Pflicht.



In letzter Zeit sehe ich in den verschiedenen Hamstergruppen immer wieder Fotos oder Videos von Hamstern mit eindeutigen Zeichen von schwerer Krankheit. Angelegte Ohren vor Schmerzen, ein typischer Schmerzbuckel, Flankenatmung sind einige dieser Zeichen. Und oft haben die Tiere diese Symptome nicht erst seit gerade eben, sondern manchmal schon mehrere Tage. Und anstatt sein Tier einzupacken und zum nächsten heimtierkundigen Tierarzt zu fahren, postet man im Internet und sucht noch Bestätigung, warum es reicht, erst in 2 Tagen zum Tierarzt zu gehen.


Und im Hintergrund leidet ein schutzbefohlenes Tier.


Ich finde so etwas sehr schwer zu ertragen. Muss mich dann immer zurückhalten, dass ich nicht ausfallend werde.

Wenn man ein Tier sein eigen nennt, warum macht man sich dann nicht als erstes mit der Körpersprache dieser Art vertraut? Dann würde man nicht glauben, dass sich ein Hamster mit angelegten Ohren, zusammengekniffenen Augen oder plötzlich aufgetretenen Buckel pudelwohl fühlt. Dann wüsste man, dass man bei diesen Anzeichen nicht noch stundenlang diskutiert, sondern sofort auf dem Weg zum Tierarzt ist. Egal, ob mit dem Auto, einem Taxi oder mit Öffentlichen. Man ist es seinem Tier schuldig.



Am schlimmsten für mich sind dann Äußerungen wie: bei so einem kleinen Tier lohnt sich keine OP. Oder: der Tierarzt macht doch auch nichts außer Einschläfern.

Das ist Falsch: Ein erfahrener, heimtierkundiger Tierarzt kann sehr wohl eine gute Diagnose stellen, behandeln und auch operieren. Ein guter Tierarzt würde niemals ein Tier einschläfern, wenn es noch eine Chance hat.


Ich möchte daher allen ans Herz legen: lernt die Körpersprache eurer Tiere. Gerade Hamster zeigen erst dann Symptome, wenn es fast zu spät ist, also ist es umso wichtiger, diese Zeichen zu erkennen. Zeigt euer Hamster diese Symptome, packt ihn ein und fahrt zum nächsten Tierarzt.


Bei allen anderen Gesundheitsfragen und -sorgen könnt ihr euch gerne an unsere Gruppen wenden, oder auf dieser Seite erstmal nachlesen. Um einen Besuch beim Tierarzt werdet ihr aber oft nicht drumrum kommen.

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